Schauen Sie vorbei: Lesung und Autor:innen-Treff. Immer am 2. Dienstag im Monat um 19 Uhr in der Gaststätte „Mephisto“, Artillerieweg 56 in Oldenburg. 

Johannes Bollen liest aus ‚Rattenkraut im Labor‘

08.04.2025

19:00 Uhr

Am 21. Februar 1936 öffnet der Ortsgendarm Bernhard Edel einen an die Polizeistation Lindern (Oldenburg) adressierten anonymen Brief. „Giftmord! Aufklärung!“, heißt es in der Überschrift. Der Landarbeiter Anton Stienken wird beschuldigt, seine Ehefrau mit Arsen vergiftet zu haben. Diese Anzeige löst einen heiklen Kriminalfall in der Geschichte der oldenburgischen NS-Justiz aus.

Der niedersächsische Landeshistoriker Johannes Bollen verfolgt in diesem Buch den vermeintlichen Mordfall von der Anklage bis zur Hinrichtung. Der Leser kann die Willkür der polizeilichen Ermittlungen nachvollziehen, sowie auch die politischenHintergründe und Einflüsse, zu denen die äußerst zweifelhafte Rolle des Berliner Gutachters Professor Müller-Heß zählt. Eine mit Empathie und erzählerischem Geschick erstellte Rekonstruktion eines historischen Falles.

Titelbild


Das Gebäude ist das Landgericht Oldenburg, das 1936 schon stand. Das Portrait zeigt den angeblichen Giftmörder Anton Stienken, das Papier ist der anonyme Brief, der der Fall ins Rollen brachte.